Windenergie nutzen
Verglichen mit der Sonnenenergie ist die Energiegewinnung mit Hilfe des Windes eine alte Technik. Davon zeugen jahrhundertealte Windmühlen zur Getreideverarbeitung. Abhängig von der Region ist die Windkraft verschieden groß. Küstennahe, flache Regionen sind z.B. mit viel Wind gesegnet.
Zwar wird immer Wind wehen, leider aber in unterschiedlicher Intensität. Daher kann auch der Wind nicht als alleinige Energiequelle fungieren. Günstigerweise weht tagsüber der Wind meist stärker als nachts und passt sich somit dem menschlichen Lebensrhythmus an. Denn Energie speichern verursacht zusätzliche Kosten und es geht immer Energie dabei verloren.
Die Wirtschaftlichkeit der Windenergienutzung hängt vor allem vom Standort der Windanlage und dem Stromverkaufspreis ab.
Studien haben gezeigt, dass durch die Einspeisung von Windenergie der Strompreis sinken kann, wie der Handel an der Leipziger Strombörse zeigt. Aufgrund der Abnahmepflicht für produzierten Windstrom verringern sich die Stromkosten. Denn der Einsatz teurer konventioneller Kraftwerke wird vermindert. Liegt der Einspeisetarif zudem unterhalb des Mittels, drückt dies den Durchschnittspreis. In absoluten Zahlen gesehen, ist Deutschland weltweit führend in der Windenergie. Es erzeugt 22.247 Megawatt 2007. Die USA an zweiter Stelle kam im selben Jahr auf 16.818 MW. Im Jahr 2006 wurdenin Deutschland 30.500 GWh Strom aus Windkraftanlagen gewonnen, was ca. 5% des Nettostromverbrauchs entsprach. Damit lag sie vor der Wasserkraft, auf die 21.636 GWh entfielen.
Das die Förderung der Windenergie auch von der Bundesregierung offensiv betrieben wird, zeigen Pläne von Verkehrsminister Tiefensee. Demnach sollen 30 Offshorewindparks in Nord- und Ostsee gebaut werden. Dafür sind Kosten von 30 Milliarden Euro eingeplant. Dann könnte Deutschland bis zum Jahr 2030 25.000 MW durch den Wind erzeugen und sich unabhängiger vom Ölpreis machen. Die vielen eingehenden Anträge der Investoren würden die Wirtschaftlichkeit der Windenergie belegen, so Tiefensee. Der erstellte Raumordnungsplan sieht vor, die Windparks außerhalb der Zwölf-Seemeilen Grenze in einer Wassertiefe von 30-40 m zu errichten. Bereits dieses Jahr soll mit dem Bau der ersten Anlagen vor Borkum begonnen werden.
Nicht in allen Bundesländern wird die Windkraft gleichermaßen gefördert. So beschreitet z.B. Bayern vier Fünftel seiner regenerativen Energiegewinnung durch Wasserkraft, was durch die Alpen natürlich sinnvoll erscheint und auch ist. Umweltverbände und die Interessenvertreter der Windenergie bemängeln, dass sich Bayern darauf beschränken würde, weil es auch gute Lagen habe, wo die Windkraft wirtschaftlich gewonnen werden könnte. Außerdem würde dadurch ein konzernfreundliche Politik offengelegt werden, die dadurch entstehe, dass ehemalige Leute aus der Energiewirtschaft im Wirtschaftsministerium säßen.