Wellenkraftwerke
Wellenkraftwerke sind eine vergleichsweise junge Technik der Energiegewinnung aus Wasserkraft. Sie beruhen allein auf der Kraft von Wellen, nicht von der Tide. Die Firma Wavegen betreibt seit 2000 auf der westschottischen Insel Islay das erste Wellenkraftwerk überhaupt. Der produzierte Strom reicht nur für wenige Einfamilienhäuser. Wavegen, ein Gemeinschaftsunternehmen von Siemens und dem Anlagenbauer Voith, hat seinen Sitz im schottischen Inverness. Gerade mal zwölf Mitarbeiter zählt die Firma. Der Chef, David Gipp, sieht Schottland in Zukunft ganz vorne bei der umweltfreundlichen Energieerzeugung. Auf der Hebrideninsel Lewis soll eine Weiterentwicklung des Wellenkraftwerks in eine Küstenschutzmauer integiert werden.
Aber auch die deutsche Konkurrenz schläft nicht. Der Energiekonzern EnBW ist auf Standortsuche an der Nordseeküste. Bis 2010 soll das erste Kraftwerk in Betrieb genommen werden. Ausschlaggebend für einen guten Standort ist die Häufigkeit starker Wellen, die Wassertiefe und die Stromnetzanbindungsmöglichkeiten. Die Investoren planen das Kraftwerk mit Küstenschutzmaßnahmen oder Hafenentwicklungsprojekten zu kombinieren. Das Land Niedersachsen zeigt sich an den Plänen von EnBW interessiert und kooperiert. Allerdings sind weite Teile der niedersächsischen Küste Nationalpark.
Das eine Leistung von 250 Kilowatt bringende Kraftwerk könnte etwa 120 Haushalte versorgen.
Technisch gesehen sind mehrer Funkionsprinzipien möglich: in einer pneumatischen Kammer könnte die ein- und ausströmende Luft zum Antrieb eines Windgenerators dienen. Der sich durch die Wellenbewegungen senkende und hebende Wasserspiegel würde die Luft in Bewegung bringen. Bei der Rampe würden zwei V-förmig angeordnete Barrieren die Wellen zur Mitte hin konzentrieren, so dass sie sich verstärken und die Rampe hochlaufen. Oben angekommen, fließt das Wasser über Turbine zurück ins Meer. Die Turbine treibt dann einen stromerzeugenden Generator an.
In Bezug auf unterirdische Druckluftspeicher arbeitet EnBW ebenfalls mit Niedersachsen zusammen. In einem für 75 bis 300 Millionen Euro umgebauten Salzstock sollen dann Energien aus unsteten Quellen wie Windanlagen zwischengespeichert werden. Das Landesamt für Bergbau, Energie und Geologie hilft der EnBW bei der Suche nach unterirdischen Salzformationen. Das System ist als schwimmendes Offshorekraftwerk konzipiert. Eine Versuchsanlage befindet sich seit 2003 im dänischen Binnenmeer Nissum-Bredning.
Will man Bodenwellen ausnutzen, werden Platten am Meeresboden befestigt. Diese werden durch die Wellen ins Schwanken gebracht und erzeugt mittels Hydraulik, einer Turbine und eines Generators Strom. Diese Form der Energiegewinnung erprobt die finnische Firma AW-Energy. Im April 2007 und 2008 wurden die ersten zwei Anlagen vor der portugiesischen Küste angebracht. 2008 und 2009 soll gar ein 1 Megawatt Park in Betrieb genommen werden.