Wasserkraft – ökologisch sinnvoll
Ähnlich dem Wind ist die Wasserkraft ein seit Jahrhunderten genutztes Mittel der Energiegewinnung. Dies zeigen alte Wassermühlen an Flussläufen. Heutzutage verbindet man mit Wasserkraft insbesondere die Energieerzeugung mit Hilfe von Staudämmen. Nach der Betriebsweise kann man zwischen Laufwasserkraftwerken und Speicherkraftwerken differenzieren. Bei ersteren wird das durch ein Wehr aufgestaute Wasser laufend verarbeitet, während es bei letzterem in einem Stausee gespeichert und bei Bedarf entnommen wird. Nach der Bauform kann man zwischen Niederdruckkraftwerken (bis 20 m Fallhöhe), Mitteldruckkraftwerken (Fallhöhe von 20-100 m Fallhöhe) und Hochdruckkraftwerken (über 100 m).
Zur Funktionsweise von Wasserkraftwerken lässt sich sagen, dass mit einer Stauanlage Wasser zurückgehalten wird. Durch sich in der Mauer befindene Röhren fließen die Wassermassen in Richtung einer Turbine. Sie treibt die Welle eines stromerzeugenden Generators an. Weltweit werden etwa 18% des Stroms mit Hilfe von Wasserkraftwerken produziert. Norwegen deckt fast seine gesamten Strombedarf mit Wasserkraft ab. Brasilien kommt als zweiter auf immerhin 80%. Wasserkraftwerke werden wegen der hohen Baukosten so gebaut, dass sie eine lange Lebensdauer haben. Da Wasser immer und kostenlos zur Verfügung steht decken die Erlöse irgendwann die Investitionen. Der Einsatz von Wasserkraftwerken ist dort wirtschaftlich, wo es Höhenunterschiede oder einen großen Durchfluss gibt. Daher findet man Wasserkraftwerke in Mittel- und Hochgebirgen sowie ab breiten Flüssen.
Der Nachteil bei Wasserkraftwerken, insbesondere wenn Stauseen angelegt werden, ist, dass Siedlungs- und Naturraum aufgegeben werden müssen.
Gezeitenkraftwerke sind eine zweite Möglichkeite der Energiegewinnung aus Wasser. Sie bremsen die Strömmungsbewegungen des Wasser durch Stauung des auf- und ablaufenden Wassers ab. Durch den Wasseraustausch zwischen Kraftwerk und offenem Meer werden stromerzeugende Turbinen in Gang gesetzt. Damit das in beide Richtungen fließende Wasser genutzt werden kann, müssen die Schaufelräder der Turbinen verstellbar sein. Um sie wirtschaftlich betreiben zu können, sagt man, dass an der Stelle ein Tidenhub von mindestens 5 m sein müsse. Gezeitenkraftwerke werden in Meeresbuchten und Flussmündungen eingesetzt.
Die Einsatzmöglichkeiten für Gezeitenkraftwerke sind begrenzt, weil sich ihre Enegiegewinnung erst ab einem bestimmten Tiedenhub rentiert. Ökologisch gesehen stellen Gezeitenkraftwerke insofern ein Problem dar, als dass sie den natürlichen Rhythmus von Ebbe und Flut verschieben und außerdem Wanderung der Tiere beeinflusst werden. Das erste und bis jetzt größte Gezeitenkraftwerke wurde 1966 beim französichen Saint-Malo fertiggestellt. Weitere Gezeitenkraftwerke befinden sich bei Murmansk, Jiangxia (China) und Sihwa (Südkorea) und an der Fundy-Bay in Neuschottland, um nur einige zu nennen. Gezeitenkraftwerke wurden schon im Mittelalter für den Antrieb von Mühlen genutzt.