Nachtstrom

Nachtstrom nennt man Strom, der zu bestimmten Nachtzeiten einem Elektrizitätswerk entnommen worden ist. Damit werden dann Heiswasserspeicher und Nachtspeicherheizungen betrieben. Nachts wird die Stromproduktion zwar gedrosselt, weil sie aber immer noch über dem Niveau dessen liegt, was verbraucht wird, versucht man aus dem produzierten Strom Kapital herauszuschlagen, damit nichts umsonst produziert worden ist. Ein Abschalten des Kraftwerks wäre teurer, als es kontinuierlich am Laufen zu halten. So kommen die Nachtstrom Tarife zustande.

Ein Wechsel zu Nachtstrom lohnt sich inzwischen nicht mehr unbedingt, weil bis 2019 alle Nachtstromheizung ersetz werden sollen, wie das Bundeskabinett im Juni diesen Jahres beschlossen hat. Daher kommt ein Nachtstrom Tarif Wechsel eigentlich nur für Personen in Frage, die bereits über einen Nachtstromanschluss verfügen. Jetzt nochmal in einen Nachtstromanschluss zu investieren würde sich einfach nicht rentieren.

Wer mit Nachtstrom heizt, ist gegenüber denjenigen, die es mit Öl und Gas tun, längst nicht mehr im Vorteil. Derzeit besitzen noch rund 2 Millionen Bundesbürger eine Nachtstromheizung. Der Bund der Energieverbraucher berichtete, dass seit 2005 die Nachtstromkunden Preissteigerungen von bis zu 70% über sich ergehen lassen mussten. In den 90er Jahren des vergangenen Jahrhunderts lag der Strompreis Nachtstrom bei ca. 3-4 Cent pro kWh. Inzwischen müssen für die Kilowattstunde zwischen 11-15 Cent gezahlt werden. Für die gleiche Energiemenge zahlt man bei Gas und Öl unter 10 Cent.

Mittlerweile unterscheiden die meisten Stromanbieter gar nicht mehr zwischen Tag- und Nachtstrom, d.h. dass der Nachtstromzähler bald schon überflüssig wird. Nur Altverträge mit dem Grundversorger differenzieren noch zwischen den Tageszeiten.
Den Tarif Nachtstrom zu wechseln ist mittlerweile so gut wie unmöglich, weil es sich wegen der hohen Durchleitungsgebühren, die vom Anbieter an den Kunden weitergereicht werden, nicht mehr rechnet. Daher wird Nachtstrom, falls er überhaupt noch angeboten wird, nur regional vertrieben. Die hohen Nachtstrom Kosten sind ein Grund dafür, warum diese Technik des zur Verfügung stellen von Strom ein Auslaufmodell ist. Aufgrund einer möglichen Asbestbelastung sollten alte Nachstromöfen von einer Fachfirma abmontiert und entsorgt werden.

Weniger effizient und damit auch umweltschädlicher als Öl- oder Gasheizungen sind Elekroheizungen deshalb, weil wegen der hohen Umwandlungsverlust im Kraftwerk nur ca. 33% der eingesetzten Primärenernergie in Form von Raumwärme genutzt werden können. Zum Vergleich: Eine Heizung mit moderner Brennwerttechnik kann die eingesetzte Energie zu über 80% in Wärme umwandeln. Also muss mit einer Nachtstromheizung mehr geheizt werden, um dieselbe Raumtemperatur  zu halten. Demnach ist Werbung, die Strompreise Nachtstrom als besonders günstig anpreist, irreführend.

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